IMPP-Frage anfechten: Alles, was Du wissen musst
Das Wichtigste in Kürze
- IMPP-Fragen können angefochten werden, wenn sie widersprüchlich, nicht verständlich oder unlösbar sind.
- Bevor eine Frage angefochten wird, ist es sinnvoll, die Frage beim IMPP zu melden.
- Eine Anfechtung ist besonders sinnvoll für Prüflinge, die sehr knapp durchgefallen sind.
Wann können Fragen des IMPP angefochten werden?
Fragen des IMPP können angefochten werden, wenn sich rechtlich fehlerhaft sind. Die Fragen des IMPP müssen so gestellt werden, dass sie im Staatsexamen von Studenten gelöst werden können. Konkret müssen die Fragen des IMPP die folgenden Anforderungen erfüllen:
- Verständlich: Die Fragen müssen so formuliert sein, dass sie für Studenten verständlich sind. Vor dem Hintergrund, dass mittels der Fragen abgeprüft werden soll, ob Studenten die fachliche Materie beherrschen, bedeutet „Verständlichkeit“ also nicht, dass eine normale Person die Frage versteht, sondern ob sorgfältig vorbereitete Studenten die Frage verstehen können.
- Widerspruchsfrei: Die Frage muss frei von Widersprüchen sein. So kommt es gelegentlich vor, dass eine Frage in sich widersprüchlich ist.
- Lösbar: Die Frage muss lösbar sein. Es passiert gelegentlich, dass Fragen entweder keine richtige Antwort oder mehr als eine richtige Antwort enthalten. In solchen Fällen liegt dann ein Problem vor, wenn es sich um eine Single-Choice-Frage handelt, es also eigentlich eine richtige Antwort geben soll.
Welche Folgen hat die Anfechtung einer Frage?
Die erfolgreiche Anfechtung einer Frage hat zur Folge, dass die Frage aus der Bewertung ausgenommen wird. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Ausschluss für Prüflinge zu Nachteilen führt. Wer also die Frage „richtig“ beantwortet hat, der erhält für die „richtige“ Antwort auch entsprechend die Punkte. Dabei müssen Studenten berücksichtigen, dass es in einem solchen Fall allerdings auch nicht zu einer „mittelbaren“ Privilegierung kommt. Grundsätzlich müssen Studenten mindestens 60 % der Fragen richtig beantworten, um die Klausur zu bestehen. Wenn ein Student eine Frage, die fehlerhaft ist, korrekt beantwortet, dann erhält er weiterhin die Punkte für die „richtige“ Antwort. Allerdings sinkt für diesen Studenten auch nicht die Anzahl an Fragen, die er richtig beantworten muss.
Wie sollte bei einer Anfechtung vorgegangen werden?
Wenn eine IMPP-Frage rechtlich fehlerhaft ist, sollte die Frage beim IMPP gemeldet werden. Es besteht zwar keine Pflicht, die fehlerhafte Frage an das IMPP zu melden. Allerdings kann dies den Prozess erheblich beschleunigen. Wenn das IMPP der Einschätzung zustimmt, dass die Frage fehlerhaft ist, wird die Frage entfernt und es sind keine weiteren Schritte erforderlich.
Lehnt das IMPP die Einschätzung ab oder wird die Frage nicht an das IMPP gemeldet, sollte gegen die Prüfung Widerspruch eingelegt werden. Dabei muss sich der Widerspruch grundsätzlich gegen das gesamte Examen richten. Es ist also nicht möglich, den Widerspruch auf eine einzelne Klausur oder Frage zu beschränken. Es ist allerdings möglich, sich in der Begründung des Widerspruchs auf einzelne Fragen zu fokussieren.
Droht eine Verschlechterung bei einer Anfechtung der Fragen?
Wenn ein Widerspruch gegen eine Prüfung eingelegt wird, droht keine Verschlechterung. Hintergrund ist, dass bei entsprechenden Multiple-Choice-Fragen kein Risiko besteht, dass im Rahmen einer Neubewertung weitere Fehler auffallen.
Lohnt es sich, Fragen anzufechten?
Es hängt von den konkreten Umständen ab, ob es sich lohnt, eine Frage anzufechten. Wer das Examen bestanden hat, kann mit einer Anfechtung lediglich eine bessere Note erreichen. Dafür ist der Aufwand in den meisten Fällen zu hoch. Wenn man allerdings ganz knapp durch das Examen gefallen ist, kann es Sinn ergeben, eine Frage anzufechten. Sollte der Ausschluss einer Frage beispielsweise dazu führen, dass man das Examen besteht, kann sich der Aufwand für die Prüfungsanfechtung lohnen. Im Rahmen der Abwägung sollte man immer berücksichtigen, wie hoch der Aufwand dafür ist, die Prüfung zu wiederholen. Sollte es zu einem Gerichtsverfahren kommen, kann dieses mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Entsprechend muss man sich überlegen, ob man den Aufwand auf sich nehmen möchte.

